Ciao, Gideon!

Zwiegespräche über die Bedeutung des Filmemachens

Gideon Bachmann bei der Arbeit mit seiner Kamera
© Gideon Bachmann

Gideon Bachmann (1927-2016), war eine eklektische Figur, die in der Geschichte des Films eine einzigartige Position als Filmjournalist, Regisseur und Fotograf einnahm. So zeichnete er ab 1955 regelmäßig Gespräche mit heute weltbekannten Kinopersönlichkeiten wie Federico Fellini, Pier Paolo Pasolini, Jean-Luc-Godard u.a. auf, die in Folge in Form von Artikeln in namhaften Zeitungen wie der Neuen Zürcher Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder dem englischen Guardian veröffentlicht wurden. Eine systematische Aufarbeitung des umfassenden Ton- und Bildmaterials, das Bachmann in diesem Zusammenhang gesammelt hatte steht – abgesehen von Vorarbeiten des Karlsruher Zentrum für Kultur und Medien - bis heute aus. Wie jüngst in einer monographischen Nummer der Online-Review lettereaperte noch einmal gezeigt wurde, sind Bachmanns Gespräche mit den Größen des Kinos mehr als eine bloße Ansammlung von Anekdoten zur Erweiterung der europäischen Filmgeschichte. Sie dienen auch nicht zwingend der objektiven Wissensvermittlung über die befragten Regisseure und deren Werke. Vielmehr sind diese Gespräche für Bachmann Gelegenheiten, seiner eigenen kulturellen Unruhe Raum zu schaffen und seine persönlichen Interessen und Obsessionen im Gespräch mit anderen zu klären. Die Kernfrage, die Gideon in unterschiedlicher Weise stellt, betrifft letztlich die Bedeutung des Filmemachens. Mehr als für die Erfolgsgeschichte der jeweils interviewten Regisseure interessierte sich Bachmann für deren tiefere menschliche Beweggründe, aber auch für ihre Rolle in der Gesellschaft. Die Bedeutung seiner Arbeit ist somit umfassender als die eines reinen Vermittlers zwischen Filmwelt und Publikum und verdient eine eigenständige Betrachtung.

Gideon Bachmann mit Pier Paolo Pasolini
© Cinemazero

In der Galerie der abseitigen Künste werden die Gespräche, die Bachmann mit Pier Paolo Pasolini in den Jahren von 1963 bis 1975 geführt hat, zum ersten Mal in deutscher Sprache publiziert.

Zudem plant die Galerie der abseitigen Künste, in Kooperation mit dem Verein teorema e.V., dem ZKM (Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe) und mit dem Filmarchiv Cinemazero (Pordenone – Italien), dem Bachmann den größten Teil seiner Audio-, Foto- und Filmmaterial-Sammlungen vermachte, eine multimediale Ausstellung zu Gideon Bachmann in Hamburg.

 

Gideon Bachmann im Gespräch mit Felix Ensslin im Hamburger Schauspielhaus, Oktober 2015
©Bellastoria Film

Projektnachbarn
Publikationen zum Projekt
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Bachmann-Gespräche
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Interviews aus den Jahren 1963-1975
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